Elektromobilität als Innovationstreiber der Mobilitätswende

Elektromobilität ist ein zentraler Innovationstreiber der Mobilitätswende in Österreich. Steigende Zulassungszahlen, der Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie gezielte Förder- und FTI-Programme stärken die Transformation hin zu einer emissionsfreien und zukunftsfähigen Mobilität.

E-Mobilität als Schlüsselinnovation der Mobilitätswende

Elektromobilität ist eine zentrale Schlüsseltechnologie, um die Mobilitätswende erfolgreich zu gestalten. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, zur Verbesserung der Luftqualität und zur Erreichung nationaler sowie europäischer Klima- und Energieziele. In Kombination mit erneuerbaren Energien, technologischen Innovationen und einer integrierten Verkehrsplanung eröffnet sie neue Möglichkeiten für eine nachhaltige, leistbare und zukunftsfähige Mobilität. 

Verbesserte Rahmenbedingungen in Österreich, klare Vorgaben auf EU-Ebene, eine stetig wachsende Modellvielfalt sowie zunehmend günstigere Fahrzeuge haben dazu beigetragen, dass sich Elektromobilität in den letzten Jahren dynamisch entwickelt hat. OLÉ – Österreichs Leitstelle für Elektromobilität begleitet diesen Transformationsprozess aktiv und unterstützt ihn durch Analyse, Koordination, Kommunikation und Bewusstseinsbildung. 

Aktuelle Entwicklungen auf nationaler Ebene

Unter einem Elektrofahrzeug wird im engeren Sinn ein BEV (Battery Electric Vehicle) verstanden. Dabei handelt es sich um ein rein batterieelektrisches Fahrzeug, das ausschließlich mit Strom betrieben wird und keine lokalen Emissionen verursacht. Fahrzeuge wie herkömmliche Hybridfahrzeuge ohne externe Lademöglichkeit zählen nicht zu den Elektroautos, da sie weiterhin auf einen Verbrennungsmotor angewiesen sind.

Elektromobilität bietet großes Innovationspotenzial für unterschiedlichste Anwendungsbereiche – vom Individualverkehr über den öffentlichen Verkehr bis hin zu Nutzfahrzeugen und kommunalen Flotten. Der konsequente Umstieg auf batterieelektrische Fahrzeuge ist ein wesentlicher Hebel, um Emissionen im Verkehrssektor nachhaltig zu senken und gleichzeitig Innovation, Wertschöpfung und technologische Entwicklung zu fördern.

Die Entwicklung der Elektromobilität in Österreich verläuft sehr positiv. 2025 waren bereits mehr als 21 Prozent aller PKW-Neuzulassungen elektrisch, eine klare Verbesserung gegenüber 17 Prozent im Jahr 2024. Damit sind mittlerweile über 250.000 E-PKW auf Österreichs Straßen unterwegs (Statistik Austria 2025).

 

 

Auch im öffentlichen Verkehr ist ein klarer Trend erkennbar: Jeder fünfte neu zugelassene Bus war 2025 ein E-Bus, Ende des Jahres sogar jeder zweite. Insgesamt sind bereits rund 500 E-Busse im Einsatz. Im Nutzfahrzeugbereich zeigt sich ebenfalls eine starke Dynamik: 5,9 Prozent der Neuzulassungen schwerer E-LKW waren 2025 elektrisch betrieben – 2024 lag dieser Anteil noch bei rund 2 Prozent. Diese Entwicklungen sind nicht zuletzt auf die steigende Modellvielfalt und die neuen technologischen Innovationen zurückzuführen, die die E-Mobilität zunehmend wirtschaftlich und markttauglich machen (Statistik Austria 2025).

Ein zentraler Erfolgsfaktor für die weitere Verbreitung der Elektromobilität ist eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur – sowohl öffentlich als auch privat. Der Ausbau der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur in Österreich verläuft insgesamt über alle Leistungskategorien gesehen sehr positiv, von Normalladepunkten bis hin zu Schnell- und Ultra-Schnellladestationen entlang hochrangiger Verkehrsachsen.

Gleichzeitig gewinnt der Ausbau der Ladeinfrastruktur im mehrgeschossigen Wohnbau zunehmend an Bedeutung. Gerade hier sind klare rechtliche Vorgaben, technische Standards und Förderinstrumente entscheidend, um allen Nutzer:innen den einfachen Zugang zur Elektromobilität zu ermöglichen.

Die Elektromobilität ist ein zentraler Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Österreich. Zukunftsweisende Technologien sind entscheidend für den langfristigen Erfolg der Automobilzulieferindustrie – einer Schlüsselbranche des Landes. Im Rahmen der Industriestrategie setzt die Bundesregierung auf Technologieklarheit um Innovationskraft gezielt zu fördern. Ziel ist es, Wertschöpfung, Beschäftigung und Wohlstand in Österreich nachhaltig zu sichern und die heimische Automotive-Industrie langfristig im europäischen Spitzenfeld zu positionieren.

 

Aktuelle Entwicklungen auf EU-Ebene

Auch auf EU-Ebene setzen neue Regelwerke wichtige Impulse für die Elektromobilität. Die AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) schafft verbindliche Vorgaben für den Ausbau der Lade- und Tankinfrastruktur entlang des transeuropäischen Verkehrsnetzes. Ergänzend dazu adressiert die EPBD (Energy Performance of Buildings Directive) insbesondere den Wohn- und Gebäudebereich und legt Anforderungen für Ladeinfrastruktur in Neubauten und bei größeren Renovierungen fest. Beide Instrumente sind entscheidend, um Elektromobilität europaweit zu standardisieren und zu beschleunigen. 

Förderungen und Rahmenbedingungen

Ein breites Spektrum an Förderungen auf Bundes- und Landesebene unterstützt den Umstieg auf Elektromobilität – von Fahrzeugförderungen über Ladeinfrastruktur bis hin zu spezifischen Programmen für Betriebe, Gemeinden und den Wohnbau. Diese Maßnahmen tragen wesentlich dazu bei, wirtschaftliche Hürden abzubauen und Investitionssicherheit zu schaffen.

eMOVE Austria Plattform

Mit eMOVE Austria steht erstmals eine zentrale Plattform für emissionsfreie Mobilität in Österreich zur Verfügung. Sie bietet einen transparenten, laufend aktualisierten Überblick über Zahlen, Daten, Fakten, Förderprogramme und rechtliche Rahmenbedingungen zur Elektromobilität. Die Plattform bündelt Informationen an einem Ort und erleichtert damit den Zugang zu Wissen für Bürger:innen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. 

Projekte/Ausschreibungen

Die E-Mobilität hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Handlungsfeld der Mobilitätswende entwickelt und umfasst ein breites Spektrum an technologie-, umsetzungs- und systemorientierten Maßnahmen. Eine Darstellung einzelner Projekte und Ausschreibungen würde den Rahmen des vorliegenden Artikels sprengen. Im Folgenden werden daher zentrale Förderansätze und Programme exemplarisch dargestellt, die die strategische Ausrichtung im Bereich E-Mobilität verdeutlichen. 

Im Bereich E-Mobilität steht im Rahmen des „FTI-Schwerpunkts Mobilitätswende“ die gezielte Förderung zukunftsweisender Technologien im Mittelpunkt. Gefördert werden insbesondere Innovationen für klimaneutrale Antriebssysteme wie batterieelektrische Lösungen sowie Wasserstoff-Brennstoffzellen in jenen Anwendungsbereichen, in denen batterieelektrische Konzepte technisch nicht realisierbar sind. „Zero Emission Mobility plus“ fokussiert technologie- und umsetzungsorientierte Elektromobilitätsprojekte. Die Programme „EBIN“ und „ENIN“ bilden den Kern der Flottenumstellung im Rahmen der E-Mobilitätsoffensive des BMIMI. Ergänzend fördert „LADIN“ mit einem neuen innovativen Ansatz den Ausbau öffentlich zugänglicher Schnellladeinfrastruktur in bislang unterversorgten Regionen Österreichs. Die Fortführung sowie die konkrete Ausgestaltung der Förderprogramme ab dem Jahr 2026 erfolgen vorbehaltlich der jeweils geltenden budgetären und programmatischen Rahmenbedingungen.