DOMINO App: Fahrgemeinschaften einfach und ohne Hürden bilden
Jede Success Story ist einem der definierten Wirkungsbeiträge der österreichischen Mobilitätslabore zugeordnet. Das Beispiel der DOMINO App adressiert die Dimension „Erprobung und Weiterentwicklung unter realen Bedingungen“. Einen Überblick über alle Wirkungsdimensionen der Mobilitätslabore finden Sie hier.
Wachsende Mobilitätsbedürfnisse, sinkende Emissionen
Das Teilen der Fahrzeuge und der Fahrten kann einen bedeutsamen Beitrag zur Mobilitätswende leisten. Besonders Unternehmen und Gemeinden haben ein starkes Interesse daran, ihr Verkehrsaufkommen zu reduzieren und nachhaltige Alternativen zu fördern. Täglich fahren eine Vielzahl von Pendler:innen über Gemeindegrenzen hinweg, um zur Arbeit zu kommen. Mitfahrangebote wie jenes der DOMINO App bieten hier eine konkrete Möglichkeit, diesen Verkehr spürbar zu entlasten.
Eine Plattform aus Forschung und Praxis
Die DOMINO App ist im Leitprojekt DOMINO (2019 bis 2023) entstanden und wurde seither laufend im MobiLab sowie in kofinanzierten Projekten wie MUST in ihren Funktionen weiterentwickelt. Sie ist österreichweit anwendbar und wird bereits von zahlreichen Communities genutzt, darunter Gemeinden, Unternehmen und Bildungseinrichtungen wie die FH OÖ am Campus Steyr. Ziel der laufenden Weiterentwicklung ist es, Bürger:innen und Mitarbeiter:innen in ihren individuellen Mobilitätsplanungen zu unterstützen und Fahrgemeinschaften zu fördern.
Das MobiLab leistet als Mobilitätslabor einen wesentlichen Beitrag zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der App, indem es als Innovations- und Erprobungsplattform für neue Mobilitätslösungen fungiert. Durch die enge Zusammenarbeit mit Gemeinden, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Anwender:innen können neue Funktionen unter realen Bedingungen entwickelt, getestet und anhand von Nutzer:innen iterativ verbessert werden. Der besondere Mehrwert des MobiLab liegt in der Verbindung von Forschung, Praxis und regionalen Mobilitätsakteuren: Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Analysen werden unmittelbar in die technische Weiterentwicklung der App überführt und gleichzeitig durch Pilotanwendungen validiert. Dadurch entstehen bedarfsgerechte, praxistaugliche und skalierbare Lösungen, die über einzelne Projektlaufzeiten hinaus nachhaltig weiterentwickelt und österreichweit ausgerollt werden können.
Zu den weiterentwickelten Funktionen zählen unter anderem der Login mit ÖAMTC-Account, ein Suchagent, der Nutzer:innen automatisch benachrichtigt, sobald eine passende Mitfahrt verfügbar ist, sowie das einmalige Einstellen von Routinefahrten für regelmäßige Arbeitswege. Auch das Verwalten von Favoriten zur vereinfachten Routensuche sowie die Möglichkeit, sich selbstständig mit einer Community zu verbinden, sind mittlerweile in der App verfügbar. Eine zentrale Stärke der App liegt darüber hinaus in den geschlossenen Communities. Sie bieten je nach Verfügbarkeit unterschiedliche Funktionen wie geteilte Fahrten, Shared Resources, ein Punktesystem mit Eintauschmöglichkeiten, Incentivierungen sowie integrierte Kommunikationsaktivitäten. So entsteht ein vertrauter Rahmen, in dem das Mitfahren mit Kolleg:innen oder Nachbar:innen unkompliziert möglich wird und auch geteilte Ressourcen wie Parkplätze oder Räume reserviert und genutzt werden können.
Der Erfolg der App zeigt sich in deren Nutzung von einer Vielzahl an Gemeinden und Organisationen, wie beispielsweise der Stadtgemeinde Ried im Innkreis und der Löffler GmbH.
Von der App in den Alltag
Mit mittlerweile über 3.600 User:innen und mehr als 25.000 eingestellten Fahrten kann auf einen großen Pool an angebotenen Fahrten zugegriffen werden. Mitarbeiter:innen beziehungsweise Bürger:innen werden dabei unterstützt, nicht jede Fahrt mit dem eigenen Auto zurückzulegen, sondern nachhaltigere Mobilitätsformen zu nutzen. Jede gemeinsam zurückgelegte Strecke bedeutet weniger Fahrzeuge auf der Straße, geringere Emissionen und einen Schritt in Richtung der Klimaziele 2040.
Besonders deutlich wird der Nutzen dort, wo Gemeinden und Unternehmen die App aktiv in ihre eigene Mobilitätsstrategie einbetten, etwa durch interne Kampagnen oder die gezielte Ansprache von Pendler:innen. Die DOMINO App liefert dafür die technische Grundlage, die organisatorische Verankerung erfolgt vor Ort. Aus dem Zusammenspiel von Forschung im MobiLab 2.0, technischer Weiterentwicklung und konkreter Anwendung in Gemeinden und Betrieben entstehen so neue Funktionen, die wiederum direkt in die App einfließen. Die Arbeit des MobiLab 2.0 weist damit einen Weg, wie digitale Werkzeuge zum festen Bestandteil regionaler Mobilitätsplanung werden können.
Markus Pajones, Abteilungsleiter Wirtschafts- und Standortentwicklung, Stadtgemeinde Amstetten betont den Mehrwert, den die App für Sharing und Mitfahren im Alltag bedeutet:
Mobilität muss auch über Gemeindegrenzen hinaus gedacht werden. Die DOMINO App bietet eine gute Möglichkeit den motorisierten Individualverkehr nachhaltiger zu gestalten und dabei auch andere Gemeinden einzubinden.
- Weitere Informationen zur DOMINO APP sind hier abrufbar.
- Bei Interesse oder weiteren Fragen zur DOMINO APP steht Melanie Juppe unter melanie.juppe@fh-steyr.at gerne zur Verfügung.
- Weitere Informationen zum Mobilitätslabor MobiLab 2.0 und seinen Tätigkeiten finden sich hier.
Das MobiLab 2.0 ist Teil der Mobilitätslabor-Initiative in Österreich. Einen Gesamtüberblick über die Initiative sowie Informationen zu den weiteren Mobilitätslaboren finden Sie auf der Übersichtsseite der Mobilitätslabore. Weitere Success Stories sind hier abrufbar.
Die Mobilitätslabore werden durch das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) im Rahmen des FTI-Schwerpunkts Mobilitätswende gefördert, der durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelt wird.